Der Verzicht

Veröffentlicht am 6. März 2019 auch auf sweetlikecoffee

Heute ist Aschermittwoch – also der offizielle Start der Fastenzeit. Ich habe wirklich lange überlegt, auf was ich in diesem Jahr verzichten werde. Die vergangenen – gefühlt 20 Jahre – war es Kaffee. Denn seit ich Kaffee trinke, verzichte ich auch in der Fastenzeit auf das flüssige Gold. Je nach Laune und Motivation kamen dann noch Süßigkeiten und/oder Alkohol dazu. Im vergangenen Jahr war es dann neben Kaffee auch noch Zucker im Form der 40 Tage Zuckerfrei-Challenge.

Da ich in nicht all zu ferner Zukunft – hoffentlich – meine Masterprüfung habe, brauche ich Kaffee und Zucker (in Form von Süßigkeiten) als Lernunterstützung. Ich möchte nicht ständig darüber nachdenken, was ich jetzt darf und was nicht, auch wenn es nach einer gewissen Zeit sicher nicht mehr viel Überlegung bedarf und man alles irgendwie intus hat. Ich will einfach nicht darauf verzichten. Da ich weder rauche noch viel Alkohol trinke (ab einem gewissen Alter kann man halt nicht mehr so wie früher) und auch nur wenig Fleisch esse, würde ein Verzicht darauf auch kaum Sinn machen. Mir vorzunehmen mehr Sport zu machen, stellt kein Fastenvorhaben für mich dar. Das ist eher ein Neujahrsvorsatz, wovon ich prinzipiell auch nicht viel halte. (Dazu vielleicht ein anderes Mal mehr).

Beim Fasten im nicht religiösem Sinn geht es für mich darum, auf etwas zu verzichten, dass normalerweise zum Alltag gehört. Es soll etwas sein, ohne das man weder sein möchte oder eben nur schwer sein kann. Das ist für mich eben im Normalfall der Kaffee und auch irgendwie Süßigkeiten. Meine zwei ganz schlimmen Zuckerlaster sind aktuell Mannerschnitten und Duplo (die Weihnachtsedition mit Spekulatius im Besonderen) und auf die verzichte ich ohnehin ein bis zweimal im Jahr, wenn ich meine Zuckerfrei-Challenge mache. Und Kaffee ist tabu, wenn ich ein bis zweimal im Jahr meine Leberreinigung mache. Also verzichte ich ohnehin mehrmals im Jahr auf Dinge, die ich eigentlich sehr gern mag. Außerdem gibt es Dinge und Umstände in meinem Leben, auf die ich mehr oder weniger verzichte, ohne es zu wollen. Sie sind mir einfach nicht gegönnt. Oder noch nicht gegönnt. Also lebe ich ohnehin im ständigen Verzicht auf etwas.

Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, die Kaffeebauern heuer während der Fastenzeit zu unterstützen und fleißig Kaffee zu trinken. Ohne Verzicht und Fasten, verbringe ich die Fastenzeit dennoch nicht:

Ich faste das Fasten

Manche nennen das philosophisch, andere komisch. Und manche finden es einfach lustig. Sobald ich meine Leberreinigung durchgestanden habe, trinke ich erst Mal einen Kaffee und denke drüber nach.

 

 

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